ZML – Zentrum für mathematisches Lernen

Beratungsstelle Rechenstörungen

Zielsetzung

Die Beratungsstelle Rechenstörungen ist eine wissenschaftliche Einrichtung der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe.
Die Vernetzung von Service, Lehre und Forschung ist ihr zentrales Merkmal.

Lernendes Mädchen

Beratung, Diagnose, Förderung

Ziel ist es Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit schwerwiegenden Schwierigkeiten beim Mathematiklernen zu beraten, deren konkreten Kompetenzen und Defizite zu diagnostizieren sowie sie qualifiziert und individuell zu fördern.

Lehre

Im Rahmen von Praktika und Seminaren werden Kinder mit Schwierigkeiten beim Rechnenlernen von Studierenden der Hochschule individuell und gezielt gefördert. Hierbei sollen nicht nur die Kinder optimal beim Mathematiklernen unterstützt werden, sondern auch den Studierenden die Möglichkeit gegeben werden, sich intensiv mit Denk- und Lernprozessen in der Praxis auseinanderzusetzen. Die Supervision der Förderungen durch Hochschullehrende unterstützt die Ausbildung von Kompetenzen in der Analyse Lernschwierigkeiten und die passgenaue Planung von Lern-, Übungs- und Fördersituationen.

Darüber hinaus können Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen an schulischen oder außerschulischen Einrichtungen von Mitarbeitern der Beratungsstelle angefragt werden.

Forschung

Weitere Ziele der Beratungsstelle sind Forschungsprojekte zu Lernschwierigkeiten und deren Überwindung in Mathematik. Hierzu gehört die Bereitstellung der empirisch fundierten Erkenntnisse für die Lehre, sowie deren Veröffentlichung für Wissenschaft und Unterricht.

Angebote

Angebote für Betroffene Eltern, Kinder und Erwachsene

  • Telefonische Erstberatung
  • Durchführung von Diagnosegesprächen bei gravierenden Problemen beim Mathematiklernen
  • Förderung durch speziell ausgebildete Studierende und Mitarbeiter der Beratungsstelle
Es fallen Kosten zwischen 20€ und 210€ pro Semester (10 Förderstunden) an. Für Berechtigte (Bezieher von Wohngeld, ALG II, Kinderzuschlag) werden die Kosten auf Antrag vom öffentlichen Träger übernommen.

Angebote für Lehrkräfte

  • Beratungsgespräche
  • Möglichkeit für Lehrerfortbildungen und Informationsveranstaltungen für alle Schularten zum Thema »Rechenschwäche als schulische Herausforderung«
  • Qualitifizierungsmaßnahmen

Angebote für Studierende

  • Förderung rechenschwacher Kinder (einzeln oder in Kleingruppen) im Rahmen von Praktika und Lehrveranstaltungen
  • Anfertigung von wissenschaftlichen Arbeiten im Bereich Diagnose und Förderung bei problematischen Lernprozessen
  • Qualifizierte Studierende haben die Möglichkeit zur Mitarbeit an der Beratungsstelle durch das Übernehmen einer Anschlussförderung. Die Förderung wird in Form von Hilfskraftverträgen vergütet

Diagnose & Förderung

Diagnose

Nach einer telefonischen Beratung, bei der eine erste Beschreibung der aktuellen Problemsituation erfolgen sollte, schließt sich bei Bedarf ein diagnostisches Interview an. Diese Diagnose basiert auf individuellen Gesprächen zu mathematischen Inhalten.

Voraussetzung für das diagnostische Gespräch ist die Einwilligung in die Videographierung des betroffenen Kindes. Die Videos werden ausschließlich für Forschungs- und Lehrzwecke verwendet und unterliegen dem Datenschutz. Eine Weitergabe an Dritte ist ausgeschlossen.

Was wird diagnostiziert?

  • Verfestigtes Zählendes Rechnen
  • Schwierigkeiten im Stellenwertverständnis
  • Grundvorstellungsdefizite

Diese Schwierigkeiten wirken sich auf verschiedene Inhaltsbereiche aus und können beispielsweise durch ziffernweises Rechnen, über Zahlendreher oder großen Schwierigkeiten bei Textaufgaben beobachtet werden.

Was wird nicht diagnostiziert?

Unsere Diagnostik hat den Zweck, Fördermöglichkeiten aufzuzeigen. Daher wird bewusst auf die Attestierung einer »Rechenstörung«, »Dyskalkulie« etc. verzichtet. Diese Begriffe lassen eine Krankheit oder eine Behinderung vermuten. Sowohl theoretisch (mangelnde bzw. unbrauchbare Definitionen) als auch praktisch (keine validen Möglichkeiten der Diagnose; keine empirisch belegten »Therapie«-Ansätze) ist die Verwendung dieser Begriffe unbrauchbar - wenn nicht gefährlich.

Wie wird diagnostiziert?

  • Ein Mitglied der Beratungsstelle führt ein ca. 30 bis 60 minütiges Gespräch (mit
 der/dem Betroffenen), in dem zu verschiedenen mathematischen Inhalten
 Aufgaben gestellt werden.
  • Das Gespräch wird videographiert und anschließend protokolliert.
  • Die Diagnose stellt gegebenenfalls die Grundlage des Förderplans dar.

Was wird nicht diagnostiziert?

Es wird mit den Kindern kein Test durchgeführt. Tests sind für die Gestaltung von Fördersituationen weitgehend unbrauchbar, da sie in der Regel nur Problembereiche, nicht aber die Gründe für Schwierigkeiten aufzeigen.

Lernender Junge
Lernendes Mädchen

Förderung

Die Förderung richtet sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit grundlegenden und dauerhaften Problemen beim Mathematiklernen.

Was sind die Voraussetzungen für die Teilnahme an einer Förderung?

  • Kontaktaufnahme seitens der Eltern mit der Beratungsstelle
  • Einverständniserklärung zur Videoaufzeichnung der Erstüberprüfung und Förderstunden
  • kurzer Lernstandsbericht der Lehrkraft für Mathematik
  • Eingangsdiagnose
  • regelmäßige Teilnahme an den Fördersitzungen

Wann, wo und wie lange findet die Förderung statt?

  • während des Semesters 1-mal wöchentlich
  • in den Räumen der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe
  • ein Förderstunde dauert 60 Minuten
  • Möglichkeit der Fortsetzung nach Semesterende in Absprache mit den Studierenden

Wer fördert?

  • Studierende im Rahmen von Lehrveranstaltungen (Supervision durch Hochschullehrkräfte)
  • Mitarbeiter der Beratungsstelle

Welche Aufgaben kommen auf die Eltern zu?

  • Bereitstellen von Unterlagen
  • Kontakt und Rücksprachen mit den Förderpersonen, insbesondere rechtzeitige Absage bei Krankheit
  • Begleitung des Kindes zu und von der Beratungsstelle
  • Einverständnis zur Videographierung von Diagnose und Förderung
  • Teilnahme am Abschlussgespräch

Downloads

Jahresbericht 2011
Der Jahresbericht bietet einen Überblick über die Aktivitäten der Beratungsstelle im Jahr 2011.
Jahresbericht 2012
Der Jahresbericht bietet einen Überblick über die Aktivitäten der Beratungsstelle im Jahr 2012.
Jahresbericht 2013
Der Jahresbericht bietet einen Überblick über die Aktivitäten der Beratungsstelle im Jahr 2013.
Diagnose- und Förderkurzprotokoll
Das Kurzprotokoll wird verwendet, um die Berarungsaktivitäten zu dokumentieren.
Vorbereitungsprotokoll
Dieses Protokoll wird zur Vorbereitung verwendet und ermöglicht eine differenzierte und individuelle Beratung.

Forschung

Zahlreiche Förderbausteine werden bereits erfolgreich in der konkreten Arbeit umgesetzt. Dennoch fehlt es an diagnostischen Grundlagen, mit denen die Fortschritte der Kinder valide, objektiv und reliabel gemessen werden können.

Forschungsaktivitäten an der Beratungsstelle

  • Theoriebasierte Entwicklung von beobachtungsgestützten Instrumentarien zur Analyse besonderer Schwierigkeiten beim Rechnen
  • Pilotierungs- und Evaluierungsstudien zu diesen Instrumenten
  • Inventionsstudien zur Wirksamkeit und Nachhaltigkeit von Fördermaßnahmen
  • Evaluation und Weiterentwicklung von Förderkonzepten und konkreten Förderbausteinen

Inhaltlich orientieren sich die Studien in der genaueren Erforschung von Bedienungsfaktoren und Auswirkungen der Hauptsymptome für besondere Schwierigkeiten beim Rechnenlernen:

  • Verfestigtes Zählendes Rechnen
  • Schwierigkeiten im Stellenverständnis
  • Grundvorstellungsdefizite

Ein besonderes Merkmal der Beratungsstelle Rechenstörungen an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe ist die wissenschaftliche Untersuchung von problematischen Lernprozessen an den Übergängen zwischen Elementar- und Primarstufe sowie zwischen Primar- und Sekundarstufe.

Mit dem Projekt QUASUM, wird aber auch untersucht, wie sich Qualifizierungsmaßnahmen zum Thema Rechenstörungen auf das diagnostische Wissen und die spezifischen Selbstwirksamkeitserwartungen von Lehrpersonen auswirken und mit welchen Teilnehmermerkmalen die Entwicklung dieser kognitiven und affektiv-motivationalen Lehrermerkmale in Zusammenhang stehen. Zudem wird an einer randomisiert ausgewählten Teilstichprobe analysiert, inwieweit die Fortbildungen eine Veränderung des unterrichtlichen Handelns nach sich ziehen.

Weitere Informationen über aktuelle Forschungsprojekte finden Sie auf den Seiten des Instituts für Mathematik der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe.

Lernender Junge

Team & Kontakt

Teambild der Beratungsstelle

Matthias Kaltenbach, Mark Sprenger, Marion Selg, Prof. Dr. Sebastian Wartha, Lukas Finke

Anschrift

Pädagogische Hochschule Karlsruhe
Institut für Mathematik und Informatik
Bismarckstraße 10
76133 Karlsruhe
Gebäude II / Bereich A / Zimmer 225

Telefonische Beratung

Dienstags 17 bis 19 Uhr unter 0721 / 925 4289

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