ZML – Zentrum für mathematisches Lernen

MiniMa

Minis und Erwachsene entdecken Mathematik

Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt „Minis und Erwachsene entdecken Mathematik – MiniMa“ zur Professionalisierung von pädagogischen Fachkräften im Elementarbereich und Lehrkräften in der Schuleingangsstufe, besteht seit 2010 und wurde bis einschließlich Januar 2016 von der Klaus Tschira Stiftung gGmbH gefördert. Entwickelt wurde das Projekt von Prof. Dr. Christiane Benz und Dipl. Päd. Johanna Zöllner.

Das Projekt MiniMa richtet sich zunächst an pädagogische Fachkräfte, die gemeinsam in Fortbildungsbausteinen mathematisch gehaltvolle Spiel- und Erkundungsumgebungen der MachmitWerkstatt MiniMa erproben und weiterentwickeln. Anschließend können sie mit einer Kindergruppe die MiniMa besuchen. Hier haben die Kinder und Erwachsenen die Möglichkeit mit der Unterstützung von Studierenden aktiv entdeckend und forschend mathematisch tätig zu sein. Bereits über 4000 Kinder haben mit ihren Lernbegleiterinnen an dem Projekt teilgenommen.

Aktuelles

Fortbildungsbaustein zum Thema: "Zählen und Sehen"

In der Zeit von Okt. 2016 bis Feb. 2017 werden wir uns in der MiniMa mit der Arithmetik beschäftigen.

Der Workshop für die Lernbegleiterinnen und Lernbegleiter findet am 6.10. von 14 Uhr bis 18 Uhr in der Pädagogischen Hochschule, Gebäude 2; Raum 2 A220 statt.

Nach dem Workshop dürfen Sie (nach Anmeldung) die MachMitWerkstatt mit Ihren Kindergruppen besuchen. Die MiniMa wird ab dem 17.10. geöffnet sein. Hier ist Raum für gemeinsame Entdeckungen im Bereich der Arithmetik.

Wenn Sie an dem Workshop teilgenommen und mit Ihren Kindern die MiniMa besucht haben, bieten wir im Februar/März die Möglichkeit über die gemachten Erfahrungen und gehaltvolle Lerngelegenheiten aus der MiniMa oder der Einrichtung zu reflektieren.

Für alle drei Phasen des Fortbildungsbausteins ist eine Anmeldung erforderlich.

Struktur der Fortbildungskonzeption

Jede Fortbildungsphase besteht aus drei Bausteinen. Jeder Baustein hat wiederum einen speziellen Fokus auf eine Kompetenz (Fach-, Handlungs-, Diagnose-, Reflexionskompetenz), die die Lernbegleiterinnen erwerben und weiterentwickeln können.

1. Workshop (Fokus: Fachkompetenz)

Jeder Inhaltsbereich beginnt mit einem Workshop, in dem die Lernbegleiterinnen die Möglichkeit haben, fachliches und didaktisches Wissen auf dem Gebiet der Mathematik zu erwerben, bzw. zu vertiefen. Theorie und Praxis werden verzahnt.

Im ersten Teil des Workshops werden fachliche und didaktische Grundlagen und Prinzipien erarbeitet sowie empirisch erforschte Kompetenzmodelle für die Beschreibung der kindlichen Entwicklung in Bezug auf mathematische Kompetenzen vorgestellt.

Im zweiten Teil des Workshops werden diese theoretischen Inhalte konkretisiert und bei der gemeinsamen Planung und Gestaltung von Spiel- und Erkundungsumgebungen umgesetzt. Dafür werden verschiedene Materialien und Konzepte bereitgestellt.

Die Planung und Gestaltung der Spiel- und Erkundungsumgebungen mit Vorschlägen für erwartete Interaktionen (Handlungen, Impulse, Fragen) werden gemeinsam mit den Teilnehmerinnen diskutiert. Die Planung und Gestaltung wird dokumentiert und anschließend für alle Teilnehmerinnen in Schriftform zur Verfügung gestellt, so dass diese die Spiel- und Erkundungsumgebungen auch in ihren jeweiligen Einrichtungen umsetzen können.

Zu Folgenden mathematischen Themenbereichen wurden bereits Spiel- und Erkundungsumgebungen entwickelt und erprobt:

  • Zählen und Sehen
  • Muster erforschen
  • Vergleichen und Messen
  • Bauen und Legen
  • Ordnen, Sortieren und Kommunizieren
  • Strukturen finden
  • Mathematische Entdeckungen beim Spiegeln
  • Dialogisches Vor- und Mitlesen von mathematikhaltigen Bilderbüchern

2. Besuch der MachmitWerkstatt (Fokus: Handlungskompetenz)

Gemeinsames Entdecken von Mathematik durch Fach- und Lehrkräfte mit ihren Kindergruppen in der MachmitWerkstatt.

Um die Lernbegleiterinnen in ihrem Erwerb der pädagogisch-didaktischen Handlungskompetenz zu unterstützen ist in der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe eine MachmitWerkstatt eingerichtet, in der die erarbeiteten Spiel- und Erkundungsumgebungen realisierbar sind.

Fachkräfte, die an einem Workshop teilgenommen haben, erhalten die Gelegenheit gemeinsam mit den Kindern ihrer Einrichtung die MachmitWerkstatt MiniMa zu besuchen. Sie können dort mathematische Entdeckungen der Kinder beobachten, anregen und gemeinsam mit ihnen darüber reflektieren. Zur Unterstützung stehen ihnen zwei studentische Hilfskräfte zur Seite, die mathematische Entdeckungen bzw. Gespräche über mathematische Inhalte anregen und die Lernprozesse der Kinder beim Entdecken von mathematischen Zusammenhängen per Video dokumentieren.

Charakteristisch bei einem Besuch in der MiniMa ist der gemeinsame Anfang im Sitzkreis, in dem die Kinder auf mathematische Phänomene und Entdeckungen eingestimmt werden.

Hieran schließt sich eine Entdeckungsphase, in der die Kinder alleine, mit anderen Kindern oder mit Lernbegleiterinnen in der im Voraus gestalteten Spiel- und Erkundungsumgebung mathematisch-entdeckend aktiv werden können.

In einer abschließenden Phase werden die Entdeckungen vorgestellt und reflektiert.

3. Reflexionstreffen mit Lernbegleiterinnen (Fokus: Diagnose- und Reflexionskompetenz)

Nach einigen Wochen werden gemeinsame Reflexionstreffen mit den Lernbegleiterinnen durchgeführt. Vor dem Hintergrund einer größeren zeitlichen Distanz sollen diese eine vertiefte Analyse ermöglichen. Dafür werden den Lernbegleiterinnen Videoclips zur Verfügung gestellt, die die Prozesse des mathematischen Entdeckens der Lernbegleiterinnen mit ihren Kindergruppen dokumentieren. Die Auswahl der Videoausschnitte erfolgt dabei sowohl anhand von Vorschlägen der Lernbegleiterinnen, als auch durch die Mitarbeiterinnen des Projekts.

In den gemeinsamen Reflexionsphasen können kommunikative Muster zwischen Kindern und Erwachsenen und das je eigene professionelle Handeln reflektiert (Reflexionskompetenz) sowie Lösungsprozesse von Kindern (diagnostische Kompetenz) vor dem Hintergrund theoretischer Modelle analysiert und diskutiert werden. Schließlich werden alternative Handlungsweisen gemeinsam erarbeitet. Überdies wird die Gestaltung der Lern- und Erkundungsumgebung evaluiert sowie deren Umsetzungsmöglichkeiten im Alltag der Lernbegleiterinnen thematisiert.

Die Reflexionstreffen werden für weitere wissenschaftliche Auswertungen mittels einer Tonaufnahme aufgezeichnet.

Forschung

Forschungsschwerpunkte

  • Fach-, Handlungs-, Beobachtungs- und Reflexionskompetenzen von Fachkräften im Elementarbereich und in der Schuleingangsstufe.
  • Bedeutung der strukturierten Mengenwahrnehmung, der Anzahlbestimmung und -darstellung für den Zahlbegriffserwerb und für den Erwerb arithmetischer Kompetenzen in der Schuleingangsstufe.
  • Das Längenkonzept von Kindergartenkindern.

Veröffentlichungen

  • Vorträge
  • Publikationen
  • Wissenschaftliche Hausarbeiten
»Einem Kind etwas zu verraten, was es selbst entdecken kann, ist nicht nur schlechte Didaktik es ist ein Verbrechen! Hast du jemals Sechsjährige beobachtet, wie eifrig und leidenschaftlich sie entdecken und erfinden und wie du sie enttäuschen kannst, wenn du Geheimnisse zu früh verrätst?« (Freudenthal 1971)

Auszeichnungen

Auszeichnung der Verknüpfung des Forschungs- und Entwicklungsprojekt MiniEMa mit dem Studiengang Pädagogik der Kindheit - Lehrinnovation R5

Beim Wettbewerb für innovative Lehrprojekte der Baden-Württemberg Stiftung, der Joachim Herz Stiftung und des Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft wurde eine Konzeption eingereicht bei der das Projekt mit der Praxisphase des Studiengangs Pädagogik der Kindheit verknüpft werden kann.

Die Verknüpfung der Lehrinnovation mit dem Projekt kann an folgender Grafik veranschaulicht werden.

MiniMa in Zahlen

406
Kindergruppen
30
Schulklassen
789
Lernbegleiter/innen
102
Einrichtungen

In den letzten 5 Jahren besuchten 406 Kindergruppen (davon 30 Schulklassen) mit ihren Lernbegleiterinnen und Lernbegleitern die Minima. Eine Schulklasse gehört zu einer Schule für Kinder mit besonderem Förderbedarf.

Damit hatten bereits über 3800 Kinder die Gelegenheit in der MiniMa mathematische Entdeckungen zu machen und zu reflektieren.

Insgesamt nahmen 789 Lernbegleiterinnen und Lernbegleiter aus 102 verschiedenen Einrichtungen an den inhaltlichen Themenbereichen teil.

Das Einzugsgebiet der beteiligten Einrichtungen reicht weit über das Stadtgebiet von Karlsruhe hinaus.

Team & Kontakt

Teambild der MiniMa

Helene Vollmuth, Priska Schöner, Prof. Dr. Christiane Benz, Johanna Zöllner

Anschrift

Pädagogische Hochschule Karlsruhe
MiniMa-Werkstatt
Bismarckstraße 10
76133 Karlsruhe
Gebäude II / Bereich A / Zimmer 223

Telefonisch bei Dipl. Päd. Johanna Zöllner

0721 / 925 4735 (nicht immer besetzt)

Nachricht an das MiniMa-Team